10 Jahre Magazin „Ferdinandmarkt“ - Ein herausragendes Beispiel für Standortmarketing im Berliner Südwesten

von Peter Hahn
 
Zum Gedenken an das 100jährige Bestehen des Lichterfelder Ferdinandmarktes am Kranoldplatz im Jahr 2008 erschien zum ersten Mal der „Ferdinandmarkt“. Damals als Jubiläumszeitung gedacht, entwickelte sich das überaus attraktive Stadtteilmagazin unter der Federführung der jetzigen Herausgeberin Jutta Goedicke zu einem Magazin, das mit einer starken Bildersprache und mit niveauvollen Artikeln die Region Lichterfelde Ost und Lankwitz lebendig darstellen will. Auch die Anzeigen sind individuell und in einer bemerkenswerten Perfektion gestaltet.
 
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Das Ziel von Jutta Goedicke, Inhaberin des gutsortierten Spielzeugwarengeschäfts „Loewenzahn“ am Ferdinandmarkt ist es, durch die Präsentation historischer Bauten und architektonischer Besonderheiten der Region, von Unternehmen mit langen Traditionen, Gastwirtschaften oder Kneipen mit Geschichte, neu eröffneten Geschäften und auch der vertrauten, inhabergeführten Läden dem Kiez ein eigenes, unverwechselbares Gesicht zu geben. Sie will damit auch das Interesse der Leser an ihrem eigenen Kiez wecken bzw. Identität mit diesem erzeugen. Grundsätzlich geht es ihr mit dem Magazin „Ferdinandmarkt“ darum, Einzelhändlern wie sie selbst eine hochwertige, seriöse Plattform zu bieten. Das Erscheinungsbild des Magazins war ihr dabei von Anfang an sehr wichtig. Es sollte sich von anderen Gratis-Angeboten im Kiez abheben und dazu anregen, es länger aufzubewahren, um Berichte noch einmal nachlesen oder Werbeanzeigen wieder auffinden zu können.
 
Mit den Jahren wurde der „Ferdinandmarkt“ immer umfangreicher, von 16 Seiten beim ersten Heft, das damals noch von der Degenhardt Markstandvermietung GbR herausgegen wurde, auf den mittlerweile stattlichen Umfang von 76 Seiten. Erfreulich hierbei ist, dass im Magazin viele der Inserenten ihre Anzeigen kontinuierlich schalten und immer neue dazu kamen. Das erfordere natürlich immer wieder neue Themen und Texte damit die Seiten nicht nur mit Anzeigen gefüllt werden. Stolz ist Jutta Goedicke darauf, dass sie in ihren bisherigen Ausgaben über 250 Tipps für Geschäfte, Dienstleister und Kultur hatte. Es wird deutlich, sie hat ihr Ohr am Kiez, reagiert schnell auf fast alle Wünsche und ist unternehmerisch orientiert. Die Zeitung finanziert sich ausschließlich durch die Werbeanzeigen der inserierenden Händler und Dienstleistungsunternehmen.
 
Das Magazin wird inhaltlich und redaktionell vorwiegend durch Jutta Goedicke bestimmt. Gut zwei Monate benötigt sie für die redaktionelle Vorarbeit einer Ausgabe. Die äußere Gestaltung übernimmt der Grafiker Philipp Bernstorf. Dieser hat in den letzten Jahren aus dem „Ferdinandmarkt“ ein modernes, trendiges Magazin mit ganzseitigen Bildern und einem klaren Layout gemacht. Er war es auch, der aus den ursprünglich Titeln wie „Ostermarkt auf dem Ferdinandmarkt“ oder „Weihnachtsmarkt auf dem Ferdinandmarkt“ das Magazin schlicht auf den Namen „Ferdinandmarkt“ reduzierte. Mittlerweile hat Jutta Goedicke darüber hinaus pro Heft 4 bis 5 Unterstützer, die für sie schreiben und/oder fotografieren.
 
Auf die Frage, warum sie das stark nachgefragte Magazin auf Lichterfelde-Ost und Lankwitz beschränke, stellt sie heraus: „Ich lebe und arbeite hier im Kiez. Ich habe ein großes Interesse daran, dass mein Umfeld so lebenswert und vielfältig bleibt, wie es ist. Deshalb bemühe ich mich mit dem Kiezmagazin darum, speziell historische Wurzeln aufzuzeigen, ein emotionales Gefühl für den Bezirk zu vermitteln und den Unternehmen eine hochwertige Plattform für ihre Werbung zu bieten.“
 
Der geborenen Berlinerin gefallen das Gediegene der alten West-City, die historische Mitte, die Seen, Flüsse und Kanäle, aber auch die unterschiedlichen Kieze der Stadt. Für den Berliner Südwesten wünscht sie sich jene Kreativität der Innenstadtbezirke, in denen junge Leute einfach mal eine Geschäftsidee ausprobieren und durch die Neugier und die Experimentierfreudigkeit bestätigt werden. Das soll noch stärker als bisher im „Ferdinandmarkt“ thematisiert werden.
 
Bezogen auf den Berliner Südwesten sieht sie - neben dem touristischen Potential - in der lebendigen Mischung aus alten Verkehrswegen, stuckverzierten Häusern mit Geschichte, den Menschen, die meistens wohlwollend und freundlich sind, den inhabergeführten Einzelhändlern, die ein Ohr für ihre Kunden haben, dem Markt, der Nähe zum Umland, den vielen Bäumen sowie den guten Restaurants die besonderen Stärken der Region. Ihr Wunsch ist es, in das neu zu erstellende Tourismuskonzept für den Berliner Südwesten zeitnah und ernsthaft mit eingebunden zu werden. Dies deshalb auch, weil Lichterfelde-Ost und Lankwitz mit ihren touristischen Besonderheiten nicht nur ein „Anhängsel von Steglitz“ bleiben sollten.
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 ferdinandmarkt ausgabe 2013 neues layout
 ferdinandmarkt ausgabe 2017 april
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peter hahn 300Text: Peter Hahn
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