Geschichte: Ein Standort mit Tradition

Nachdem 1901 die Königliche Domäne Dahlem aufgeteilt wurde, stand ein Areal zur Verfügung, auf dem neben Flächen für Wohnbauten auch Erweiterungsflächen für Staatsbauten wie die Museen, die Universität, die Akademie der Wissenschaften und verwandte wissenschaftliche Institute reserviert werden konnten, da deren Bauten in der Innenstadt den gewachsenen Platzbedarf nicht mehr decken konnten. Friedrich Althoff (1839 – 1908), Ministerialdirektor im preußischen Kultusministerium, entwickelte für die meisten dieser Einrichtungen vorausschauende Pläne. So entstanden u. a. der Botanische Garten (1897 bis 1910), Neubauten für zwei Institute der Friedrich-Wilhelm-Universität (1902 und 1913), die selbständige Bakteriologische Abteilung des Reichsgesundheitsamtes (1903/06), das Königliche Materialprüfungsamt (1902/04), die Landesanstalt für Wasserhygiene (1913), das Preußische Geheime Staatsarchiv (1915/1925).

Als die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (KWG)1911 gegründet wurde, sollte mit dem „deutschen Oxford“ ein international bedeutender Wissenschaftsstandort errichtet werden, der den Anschluss an wissenschaftlich führende Länder wie Großbritannien, Frankreich und die USA erreichen sollte. Friedrich Schmidt-Ott, Althoffs Nachfolger, realisierte auch hier seine Pläne und bereits 1912 konnten zwei naturwissenschaftliche Institute eingeweiht werden. Hier forschten zwölf Nobelpreisträger und namhafte Wissenschaftler. Die „Nobelpreisschmiede“ der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft führte in der Vorkriegszeit zum „Mythos Dahlem“.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft durch den Alliierten Kontrollrat aufgelöst und 1948 die Max-Planck-Gesellschaft als Nachfolgeeinrichtung gegründet. Vier Institute verblieben in Dahlem, alle weiteren wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen erhielten neue Standorte in der Bundesrepublik. Die Freie Universität Berlin wurde ebenfalls 1948 gegründet und nutzte Teile des Campus der ehemaligen KWG.

Unser Newsletter

Abonnieren Sie hier unseren quartalsweise erscheinenden Newsletter

Unsere Mitglieder