Dr. Herbert Knauer
– Geistiger Vater der modernen Chromatografiesysteme
Der Ruf der Wissenschaftlichen Gerätebau Dr. Ing. Herbert Knauer GmbH am Hegauer Weg in Zehlendorf hallt weit über Berlin Südwest hinaus: Die dort entwickelten Osmometer und Chromatografiesysteme finden nicht zuletzt auf Grund ihrer Qualität als Messgeräte Einsatz in über 60 Ländern der Welt.
Und obwohl das Unternehmen inzwischen von Tochter Alexandra Knauer und Dr. Alexander Bünz geführt wird, ist der Firmengründer mit seinen neuen Entwicklungs- und Verbesserungsideen für die rund 110 Mitarbeiter auch nach seinem 80. Geburtstag am 12. September aus der Firma nicht wegzudenken.
Nach seinem Chemie-Studium arbeitete Herbert Knauer als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU, seine erste Entwicklungen waren ein Liegemotorrad und kurz danach, bereits etwas filigraner, eine automatische Parkleuchte. Denn, so der Wissenschaftler: „Es hat mich von jeher gereizt, Geräte kleineren Formats mithilfe geringen Materialeinsatzes ökologisch zu entwickeln.“
Die Kombination von handwerklichem Geschick und Forscherseele ist es wohl auch, welche die Erfolgsgeschichte dieses Mannes erklärt. 1962 nach der bescheidenen Firmengründung in der Wilmersdorfer Wohnung begann sie am Küchentisch mit der Entwicklung eines elektronischen Temperaturmessgerätes, das die Temperatur von einem Tausendstel Grad bestimmen konnte. Seine Ehefrau Roswitha übernahm die kaufmännischen Aufgaben der jungen Firma. Bereits im zweiten Firmenjahr zeigte die Bilanz einen Gewinn von 10.000 DM: Das vom Firmengründer entwickelte Kyroskopie-Gerät zur Messung des Gefrierpunktes von benzolischen Lösungen, ermöglichte darüber hinaus, das Molekulargewicht des gelösten Stoffes aus der Gefrierpunktserniedrigung zu errechnen.
Weitere auch in der Medizin einsetzbare Analysegeräte des „Tüftlers“ – wie sich Herbert Knauer selber bezeichnet – erhielten zahlreiche Innovationspreise und Auszeichnungen. Zum Standbein der Produktion entwickelte sich schließlich seine Hochleistungs-Flüssigkeitschromatografie, kurz HPLC.
1974 zog die Firma aus dem Privathaus der Knauers im Zehlendorfer Holstweg 18 an ihren jetzigen Standort auf das 4500 Quadratmeter große Gelände am Hegauer Weg, das der Senat dem Unternehmer anbot. Unter eigener Regie wurde das Bauprojekt entwickelt, die Baupläne für das Firmengebäude zeichnete ein Architektur-Student für entsprechenden Stundenlohn. Unter einem Dach zogen Entwicklung, Fertigung, Verwaltung und Verkauf ein, befinden sich bis heute dort.
Die derzeitigen Messgeräte Dr. Herbert Knauers und seines Teams arbeiten mit modernster Datenanalysesoftware, ermöglichen eine bis zu zehn Mal schnellere Analyse und erreichten inzwischen den Biomarkt für Analyse und Aufreinigung.
Einsatz finden sie im Bezirk u.a. in der Polymerchemie an der FU-Berlin oder am Institut für ökologische Chemie und Pflanzenanalytik.
Dr. Herbert Knauer hält auch weiterhin mit seinen Entwicklungsideen das Konstruktionsteam des Unternehmens am Hegauer Weg im Berliner Südwesten in Bewegung, getreu seinem Motto: „Die Einbringung des Geistes dabei ist wichtiger als das Geld.“



